Bilderbuchsommer an der Küste!

Noch immer glauben viele Fliegenfischer, der Sommer – besonders so
ein wunderbar sonniger Sommer wie dieses Jahr – wäre eine
schlechte Zeit zum Fliegenfischen. Was für ein Irrtum! Jetzt sind die
ufernahen Bereiche überall an der Küste voller Leben. Futter-
fischchen, Garnelen, Tangläufer und vieles mehr tummelt sich in
großen Schwärmen im Flachwasser. Diesen überreich gedeckten
Tisch suchen die Forellen regelmäßig auf, um sich den Bauch
vollzuschlagen.

Tagsüber patroullieren die Forellen eher vorsichtig durch die
Blasentangfelder und lassen sich leicht aufschrecken, wenn man zu
forsch watet. Nachts jagen sie sehr aktiv an der Oberfläche.

Am Tag führen eher unauffällige Kleinfisch- und Garnelenimitationen
zum Erfolg. Bunte flashige Fliegen, wie sie in der kalten Jahreszeit
verwendet werden stoßen bei dem reichhaltigen Futterangebot eher
auf Misstrauen. Ab Einbruch der Dunkelheit bringen an der
Oberfläche furchende Streamer, wie Gurgler, Muddler oder Slider oft
spektakuläre Attacken jagender Meerforellen. Es bleibt einem fast
das Herz stehen, wenn in der Dunkelheit plötzlich in wenigen Metern
Entfernung das Wasser explodiert und eine starke Sommerforelle
den Streamer im Sprung von der Oberfläche nimmt.

In der Abenddämmerung kommen auch häufig Schwärme von
jagenden Makrelen in Ufernähe. Diese kampfstarken Minithune
bieten einen tollen Drill an der Fliegenrute.

Jetzt im Sommer findet man die Fische in erster Linie an der offenen
Küste an Stellen mit möglichst kühlem und sauerstoffreichem
Wasser. Ablandiger Wind drückt das warme Oberflächenwasser aus
dem Uferbereich weg und erhöht somit die Chancen, auf Forellen zu
treffen. Stark strukturierter Untergrund mit Steinen und Blasentang
beherbergt große Mengen an Futtertierchen und zieht die Forellen
ebenfalls an.