Es wird kalt – die Fischerei wird heiß!

Die Winterfischerei wird von vielen Küstenfliegenfischern deutlich
unterschätzt. Sehr zu Unrecht. Erfahrungsgemäß werden die meisten

wirklich großen blanken Fische in den Monaten Dezember bis März
gefangen. Gerade jetzt in der Vorweihnachtszeit hat man perfekte
Bedingungen. Die meisten Laichfische sind in den Auen, und an der
Küste trifft man wieder vermehrt auf blanke Überspringer und auch
viele kleine Grönländer. Das Wasser hat für die Fische noch immer
Wohlfühltemperatur, so dass man sie sowohl an der offenen Küste
als auch in den Brackwasserbereichen antrifft.

Wer seine Chance auf einen großen Überspringer nutzen möchte,
sollte jedoch eher die offene Küste aufsuchen. Bereiche mit
bewegtem Wasser und leichter Trübung sind nun perfekt.
Die Forellen nutzen das angetrübte Wasser, um besser jagen zu
können und sammeln auch am aufgewühlten Sandgrund Futter auf.

Auch Dorsche patrouillieren nun häufig tagsüber vor vorgelagerten
Sandbänken, die man teilweise bei Niedrigwasser bewaten kann.

Dürfte ich zur Zeit nur ein einziges Fliegenmuster fischen, wäre die
Entscheidung sehr einfach: Isolde. Dieses große braune leicht
schimmernde Muster passt nun in fast allen Situationen. Es ist gut
sichtbar, suggeriert eine anständige Portion Futter, bewegt sich
verführerisch und geht sowohl als Grundelimitation als auch als
Wurmmuster durch. Wichtig ist, dass man solche großen Fliegen –
auch bei sehr kaltem Wasser – immer möglichst schnell einstrippt.
Dadurch schnappen die Fische entschiedener zu, und es kommt
nur zu ganz wenigen Fehlbissen. Wir haben sämtliche Forellen und
Dorsche der letzten Wochen auf Isolde gefangen. Natürlich kann
man es dennoch auch auf andere typische Wintermuster, wie Polar
Magnus oder Pattegrisen versuchen.