Mit dem Frühling kommen die Forellen

Seit einigen Tagen haben wir angenehm mildes Frühjahrswetter, und
auf einen Schlag werden auch die Forellen wieder aktiv. Bei ruhigem

Wasser sieht man sie häufig an der Oberfläche buckeln. In den
geschützten Bereichen der Küste – windgeschützte Buchten, ufernahe
Rinnen mit wenig Wasseraustausch – erwärmt sich das Wasser zur
Zeit deutlich. Das sorgt dort für ein verstärktes Aufkommen an
Nahrungstierchen – und deshalb auch für eine erhöhte Fressaktivität
der Forellen an diesen Spots. Bereits ein Grad Temperaturunterschied
zu den ungeschützten Stellen kann dafür sorgen, dass man
Sternstunden erlebt, während die offene Küste wie fischleer erscheint.

Allerdings verhalten sich die Forellen auch sehr vorsichtig. Unruhe am
Wasser vertreibt sie recht schnell, und auch die Bisse erfolgen eher
spitz. Häufig spürt man nur einen leichten Zupfer und sieht einen
Schwall an der Oberfläche, ohne dass der Fisch hängen bleibt. Kleine,
relativ dezente Shrimpmuster, wie der X-Ray-Shrimp in grau oder
grau-pink, langsam geführt, sind oft der Schlüssel zum Erfolg.

In den nächsten Wochen ist auch wieder mit dem Schwärmen der
Seeringelwürmer zu rechnen. Dieses Futteraufkommen zieht die
Meerforellen geradezu magisch an. Häufig sind sie schon Tage vor der
„Wurmhochzeit“ in Ufernähe und stürzen sich auf die ersten vorzeitig
schwärmenden Ringelwürmer.

Entsprechend gut funktionieren dann Fliegenmuster, die einen
Seeringelwurm imitieren – Isolde, Optic Bugger, Polar Orm etc.

Natürlich lockt das milde Frühjahrswetter auch viele Mitangler an die
Küste. Der starke Befischungsdruck und die Beunruhigung durch
unentwegt ins Wasser klatschende Spinnköder und unvorsichtig
watende Angler macht die Fische, wie oben erwähnt, oft
ausgesprochen vorsichtig. Gerade als Fliegenfischer sollte man den
Vorteil nutzen, dass man sich am Wasser sehr unauffällig verhalten
kann und Spots meiden, an denen andere Angler die Fische
beunruhigen. Eine unspektakuläre Stelle, die man alleine befischen
kann, bringt oft mehr Fische als die vermeintlichen „Hot Spots“, die
man sich mit mehreren Mitanglern teilen muss.